1 Jahr Berlin – Ein Resümee

Berlin

Ich bin vor ungefähr einem Jahr von Kreuzau nach Berlin gezogen. Wie es mir im letzten Jahr ergangen ist, und wie sich ein Umzug von einem 18.000 Seelen Dorf in die Hauptstadt Deutschlands anfühlt, erzähle ich euch jetzt.

Die Entscheidung nach Berlin zu ziehen kam ganz langsam und wurde immer klarer. Dann traf ich meinen jetzigen Freund und er entschied sich  auch gegen seine Heimatstadt und beschloss mit mir einen Neuanfang zu wagen. Und dann ging alles ganz schnell.

Wir fuhren für eine Woche nach Berlin, um uns eine Wohnung zu suchen. Wir hatten eine Wohnung über airbnb und wir hatten an manchen Tagen 7 Besichtigungen quer in Berlin verteilt. Nur bei zwei Wohnungen bestand die Chance sie zu bekommen. Mein Freund fuhr danach noch häufiger nach Berlin zu Vorstellungsgesprächen. Und dann war der Tag da an dem er die Jobzusage und wir gleichzeitig eine Zusage für die Wohnung bekamen.

Und plötzlich wurde mir klar, dass wir in 6 Wochen nach Berlin ziehen würden. Die nächsten Wochen flogen nur so dahin und der Tag des Umzugs stand vor der Tür. Als ich dann in meinem leeren Zimmer stand und dachte, dass jetzt nichts mehr an mich erinnern würde, wurde ich traurig. Wer das nicht selbst erlebt hat kann sich nicht vorstellen wie es ist seinem ganzen Leben den Rücken zu kehren, seinen Freunden und seiner Familie und sich ins Ungewisse zu stürzen.

Berlin

Die ersten zwei Wochen war ich alleine in der Wohnung, da mein Freund zu einem Einführungsseminar musste. Das hat mir große Angst gemacht und ich habe mich in dieser Zeit sehr schlecht gefühlt. Ich, allein in dieser riesigen Stadt. Und heute? Ist sie nicht weniger klein. Sie fühlt sich nur nicht mehr so riesig an. Jetzt kenn ich meine Gegend um meine Wohnung, um meine erste Arbeitsstelle, um meine zweite Arbeitsstelle und so lerne ich Berlin immer besser kennen.

Heute macht Berlin mir keine Angst mehr, sondern ich genieße die unglaubliche Vielfalt, die verschiedenen Sprachen in der U-Bahn und die Möglichkeit, alles essen zu können wann man möchte. Ich habe gelernt mit der Größe der Stadt umzugehen und die Vorteile daraus zu ziehen.

Ich liebe Berlin, denn du bist in vielen Dingen sehr frei. Du kannst alles tun oder auch rein gar nichts. Du kannst dir in drei verschiedenen Kinos den gleichen Film angucken und keinen stört’s. In meiner Heimatstadt habe ich mich gerade modisch sehr zurückgehalten und meine Kreativität in Bezug auf Mode kann ich hier endlich ausleben.

Aber während dir auf der einen Seite niemand etwas verbietet, beschützt dich auch niemand vor miesen U-Bahn Stationen, wo man abends nicht aussteigen sollte. Mittlerweile habe ich mich mit der Anonymität angefreundet weil man jeden so sein lässt, wie er eben ist, aber wenn für die bettelnden Obdachlosen in der Bahn nicht mal der Kopf gehoben wird, weil man sich ja nur um sich selbst kümmern muss, dann trifft mich das jedes Mal erneut. Einmal bin ich auf der Rolltreppe an den Rucksack der Frau vor mir gekommen und die hat direkt kontrolliert, ob er noch zu ist. Das spiegelt Berlin ziemlich gut wieder: Niemand hat direkt ein Problem mit dir aber vertrauen kannst du trotzdem keinem. Aber trotz allem hat jede Stadt so seine Vor- und Nachteile und wenn wir Richtung Mitte fahren und ich die Skyline von Berlin sehe, dann weiß ich genau: Nein, so schnell geh ich hier nicht mehr weg!

Berlin

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