Personal: Diese Freundin ist momentan nicht verfügbar

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr in einem Gespräch seid und plötzlich abschweift und euch so denkt: „Wow! Das erzählt sie mir jetzt wirklich? Wir sehen uns Monate nicht und das erzählt sie mir als Erstes?“ Dieses Gefühl, wenn man spürt, dass irgendwas anders ist, dass sich etwas verändert hat. Und man zugeben muss, dass man einfach nicht mehr auf einer Wellenlänge ist. Es ist immer ein trauriges Gefühl, wenn man sich eingestehen muss, dass eine „Freundin“ plötzlich nur noch eine „Bekannte“ ist.

Aber es ist wirklich so negativ, dass man Freunde mit den Jahren verliert? Wäre es nicht schlimmer, wenn es keinerlei Entwicklung gäbe und man wäre mit seinen Schulfreunden immer noch genau einer Meinung, so wie vor einigen Jahren? Ich habe gelernt, dass eine verlorene Freundschaft für Entwicklung steht. Das heißt nicht, dass diese Entwicklung immer positiv sein muss. Wenn man nicht mehr mit seiner Freundin mittwochs feiern geht, weil man einfach nur langweilig und vernünftig geworden ist, ist das ja trotzdem eine Entwicklung. Trotzdem leben wir nur, indem wir uns entwickeln. Wir und alles um uns herum ist ständig in Bewegung und entwickelt sich weiter, während wir unseren Alltag bewältigen.

Freunde sind treu, die gehen nicht so schnell verloren. Auch wenn man mal wochenlang keinen Kontakt hatte ist es beim nächsten Treffen so wie immer. Oder auch nicht, weil jeder in der Zwischenzeit Erfahrungen ohne den anderen gemacht hat und nun Meinungsverschiedenheiten entstehen können.

Besonders mit meiner Entscheidung nach Berlin zu ziehen, bin ich auf nicht sehr viel Verständnis gestoßen: „Ich könnte mir ja nicht vorstellen nicht im Haus neben meiner Mutter zu wohnen“. Schlaue, intellektuelle, junge Frauen, die sich an den Rockzipfel der Mutter oder an das Hosenbein des Freundes klammern, aus Angst in der großen, weiten Welt plötzlich zu verschwinden.

Aber auch wenn alle Berührungspunkte mal verloren gehen und man kein Verständnis  für die Entscheidung der Freundin hat, kommt vielleicht der Punkt, dass die Veränderungen beider Personen wieder „richtig“ zusammenpassen. Trotzdem sollte man wissen, wann es an der Zeit ist Freundschaften aufzugeben. Als vor einiger zeit eine Freundin ein Video mit rechtsradikalem Inhalt bei Facebook „teilte“ war ich schockiert. Aber auch solche Entwicklungen können im Laufe der Zeit geschehen.

Anschließend kürzte ich meine Freundesliste bei Facebook drastisch von knapp 400 auf  98 Freunde. Menschen, die meiner Parallelklasse waren, Menschen, die ich einmal beim Feiern getroffen habe, sind keine Freunde. Und Facebook ist voll von diesen Menschen, die uns nur ablenken wollen, von dem was eigentlich zählt. Freunde, mit denen man aufgewachsen ist, mit denen man lacht, mit denen man weint und die man mitten in der Nacht anrufen kann. Wahre Freunde eben.

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